Rabensteyn ist eine Kampagne in 3 Akten, der als Prolog ein Tavernenabend vorgeschaltet war. Schauplatz aller drei Akte ist die abgelegene Provinz Rabensteyn im Süden der Satrapie Uthang – in der Peripherie des dunklen Gottkaiserreichs Torosh. In unmittelbarer Nachbarschaft im Südwesten liegt der geheimnisvolle Alte Wald, südöstlich grenzt Tawash an, das Land, in dem Utakur, der Gott des Wahnsinns, verehrt wird. Rabensteyn ist geprägt von schroffen Gegensätzen zwischen felsigen Gebirgshängen und den Sümpfen des Kanolya-Flusses, dessen Kräuter, Farne und Pilze die Grundlage für die rabensteynsche Wirtschaft bilden. Mehr über die Region und bedeutende Persönlichkeiten erfahrt ihr auf den entsprechenden Seiten des 1. Akts.

Der Verlauf von Prolog und erstem Akt beeinflussen selbstverständlich das Setting für den weiteren Verlauf der Kampagne. Im Folgenden wird erläutert, wie sich die Ausgangssituation für den 2. Akt „Schatten über Rabensteyn“ zum jetzigen Zeitpunkt darstellt. Für die Dramaturgie der Ereignisse ist dabei von Bedeutung, dass diese in der Spielwelt nicht so weit auseinander liegen wie in der realen Zeit. Zwar hat der der 1. Akt „Der Giftmarkt von Rabensteyn“ bereits im Sommer 2016 stattgefunden. Wir gehen dennoch davon aus, dass der 2. Akt nur ungefähr 3 Monate später spielt, am Ende des Giftmarktsommers.

 

  1. Politische Verhältnisse

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Giftmarkt ist Raban von Rabensteyn, Burgherr und Herrscher der rabensteynschen Lande, unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen. Offenbar wurde er vergiftet – genaueres konnte aber nicht herausgefunden werden. Unmittelbar nach Rabans Tod hat sich sein Vetter, Ranold von Rabensteyn, die Rabenkrone aufgesetzt und begonnen, mit harter Hand seinen Anspruch auf die Herrschaft über das Land am Kanolya zu untermauern. Allerdings herrschen allenthalben Zweifel an der Legitimität dieses Anspruchs – wurde Ranold doch als Bastard von Rabans Tante Ragna geboren und noch immer ist unbekannt, wer sein Vater war. Es heißt, insbesondere die Sumpfläufer seien unzufrieden mit Ranolds Machtergreifung – schließlich war es der Witwen- und Waisenfonds der Sumpfläufer, der durch geschickten Handel auf dem Giftmarkt den Titel des „Toxischen Monopolisten“ erringen konnte, zu dessen Privilegien es von alters her gehört, die Geschäfte des Burgherrn zu übernehmen, sofern dieser abwesend ist und kein neuer bestellt wurde (siehe „Privilegien des Toxischen Monopolisten“). So mancher Sumpfläufer sieht daher die Chance gekommen, dass endlich diejenigen die Macht in Rabensteyn übernehmen, die auch für den Wohlstand der Provinz sorgen – doch bisher hat noch niemand gewagt, Ranolds Anspruch offen anzufechten.

 

  1. Der Sumpf und die Toten

Schon seit längerer Zeit scheint  eine Veränderung im Lauf des Kanolya vor sich zu gehen – der Sumpf rückt immer näher an die Siedlungen der rabensteynschen Lande heran und immer wieder in den letzten Monaten ist vormals festes Land den schwarzen Fluten zum Opfer gefallen. Eine rapide Verschlechterung der Situation trat ein, nachdem beim Giftmarkt der Shiklizz-Schrein am Opferkreuz entweiht worden war. Offenbar hatte die dort gebündelte Macht des Hauses der Magie dazu beigetragen, die Kraft des Sumpfes zurückzuhalten – doch kurz nachdem Unbekannte den Schrein entweiht und den dort gebannten Dämon entlassen haben, versank der Hain am Opferkreuz im brackigen Wasser des Kanolya – und mit ihm weite Teile der Gebiete nördlich von Burg Rabensteyn. Seither dringt der Sumpf auch andernorts schneller vor als je zuvor seit Menschengedenken – und vor allem die Menschen in Traduk’Ka, einer Siedlung auf urbar gemachtem Land inmitten der südlichen Sumpflande, kämpfen einen verzweifelten Kampf gegen das Vordringen der Fluten. Was das alles mit Ras’Kanol, dem Sumpfkönig zu tun hat, einer Wesenheit, die mit der Essenz des Sumpfes verbunden zu sein scheint und vor 55 Jahren vom Haus Rabensteyn gebannt wurde, kann nur gemutmaßt werden. Sicher ist nur: seit Beginn dieses Jahres finden die Körper derer, die im Sumpf zu Tode kommen, keine Ruhe, sondern wenden sich als Untote gegen die Lebenden – und man sagt, es sei die Macht des Sumpfkönigs, die sie beseelt.

 

  1. Träume

Im Süden der rabensteynschen Lande, nahe dem Alten Wald, liegt die Traumakademie, ein Tempel, in dem Yesubion in ihrem Aspekt als Herrin der Träume verehrt wird. Seit dem vergangenen Herbst hat die Akademie einiges an Berühmtheit erlangt – hatte doch eine der Priesterinnen einen Traum ins Gasthaus „Heldenrast“ gerufen, den alle Besucher der Schenke miterleben durften: eine Machtdemonstration, wie sie der Traumaspekt Yesubions schon lange nicht mehr gezeigt hatte und die auch an entfernten Kultstätten der dämonischen Häuser Aufmerksamkeit erregt hat. Seither ist es immer wieder vorgekommen, dass die Priester der Yesubion Träume in die Wirklichkeit gerufen haben – Träume, die so lebendig schienen, dass alle, die dabei waren, sie kaum von wirklichen Geschehnissen unterscheiden konnten.