Eine neue Geschäftigkeit hat Traduk’Ka befallen, seit vor kurzem jener geheimnisvolle Stein im Sumpf gefunden wurde – eine Stele, die mit geheimnisvollen Zeichen bedeckt ist.  Bisher konnten diese noch nicht entschlüsselt werden, obwohl in den südlichen Sumpflanden immer wieder Gerüchte kursieren, dass die Gelehrten Rabensteyns ähnliche Zeichen auch in verbotenen Manuskripten und halb zerfallenen Pergamenten gesehen hätten. Eine Aura der Kälte und Klarheit geht von der Stele aus, die noch immer aufrecht an ihrem Fundort steht und seither von den Weisen Traduk’Kas, aber auch von in den letzten Tagen angereisten Zauberkundigen und Gelehrten umlagert wird.

Auch wenn bisher noch niemand weiß, was die Zeichen auf der Stele bedeuten, woher sie kommen oder wer sie dort aufgestellt haben könnte – man ist sich einig, dass sie sehr alt sein muss – älter als das Geschlecht der Rabensteyns und älter als die Erinnerungen auch der belesensten und ältesten Weisen. Und so nehmen viele diesen außergewöhnlichen Fund als ein Omen, dass Großes bevor steht in Traduk’Ka – und nicht nur Gelehrte haben sich seither in den Sumpf aufgemacht, um die Stele zu studieren – und vielleicht für ihre Zwecke zu nutzen.

Der Witwen- und Waisenfonds der Sumpfläufer…

…erhofft sich von der Stele eine Möglichkeit, den vordringenden Sumpf in Schach zu halten. Denn wie durch ein Wunder bleibt der unmittelbare Bereich um die Fundstelle seit dem Auftauchen des Steins trocken und fest – während andernorts der Vormarsch der schwarzen Fluten unvermindert weitergeht und immer wieder Sumpfläufer in vormals sicherem Gelände zu Tode kommen.  Verschiedene Möglichkeiten, diese besondere Kraft der Stele zu nutzen, werden in den Kreisen des Witwen- und Waisenfonds diskutiert: während die einen sagen, man müsse die Zeichen entschlüsseln, um ähnliche Stelen mit vergleichbaren Kräften weihen zu können, schlagen andere vor, sie zu einem dämonischen Schrein zu weihen und so die Macht von einem der sieben Häuser zum Schutz vor dem Sumpf einzusetzen.

Die Genossenschaft und Kongregation der Sumpfbauern zu Traduk’Ka…

…verfolgt ähnliche Ziele und hat daher vor allem Schriftgelehrte und Altertumsforscher eingeladen, nach Traduk’Ka zu kommen und die Stele zu studieren. Die in Traduk’Ka selbst heimischen Weisen verfolgen dabei vor allem das Ziel, einen Dämon zu finden, der in die Stele gebannt werden könnte – hatte doch auch der Schrein am Opferkreuz den Hain des Giftmarkts bis zu seiner Entweihung vor dem Sumpf geschützt.

Das Haus Rabensteyn…

…hat sich offiziell noch nicht zu der Stele geäußert. Doch man munkelt, dass Ranold, der neue Burgherr, bereits Pläne spinnt, wie diese genutzt werden könnte, um nicht nur das Land vor den Kräften des Sumpfes zu schützen, sondern endlich auch den Sicheren Hafen Traduk’Ka wieder unter die Knute seines Hauses zu zwingen. Viele fürchten daher, dass er seinen Hofmagier, Vormex, den Finsteren, beauftragt hat, die Stele zu erforschen und ihre Mysterien für sich nutzbar zu machen.

Vormex, der Finstere…

…selbst könnte allerdings auch eigene Interessen verfolgen. Er ist bekannt dafür, Artefakte aller Art in seinen Laboratorien und Verließen zu horten. Nicht wenige rechnen daher damit, dass auch sein Netzwerk aus  Adepten bereits ein Auge auf Traduk‘Ka geworfen hat – und dass der Zirkel mit der Stele Ziele verfolgt, die ganz und gar nicht denen der Sumpfgenossen und des Witwen- und Waisenfonds entsprechen.

Die Traumakademie…

…ist ebenfalls interessiert, die Zeichen auf der Stele zu entschlüsseln. Könnten diese nicht einen Weg zu den Träumen der Alten weisen – einen Weg, der die Sphären von Traum und Wirklichkeit noch näher zusammenrücken lässt, als dies in den letzten Monaten ohnehin schon geschehen ist? Immerhin war es der Priesterschaft der Akademie seit jenem denkwürdigen Abend in der Taverne „Heldenrast“ immer wieder gelungen, Wahre Träume herbeizurufen. Es heißt, dass sich mindestens einer der Priester auf den Weg nach Traduk’Ka aufgemacht, um herauszufinden, ob zwischen dem Erstarken der priesterlichen Traumkräfte und dem Auftauchen der Stele ein Zusammenhang besteht.