Spielstile gibt es soviele, wie es Live-Rollenspieler gibt. Aus unserer Sicht profitieren Spiele davon, wenn unterschiedliche Spielansätze vertreten sind – das macht es für alle spannender und trägt zur Dynamik bei. Es kann aber auch zu Enttäuschungen führen – wenn sich die auf einem Spiel gepflegte Spielweise grundlegend von dem unterscheidet, was man selbst gewohnt ist und von dem Spiel erwartet hat. Deshalb ist uns wichtig, in ein paar Stichworten zumindest einen kleinen Eindruck zu vermittln, wie wir spielen. Wir erwarten nicht, dass alle die an unseren Spielen teilnehmen, die gleichen Schwerpunkte setzen – im Gegenteil! Wir empfinden Vielfalt als bereichernd. Aber wenn ihr auf unsere Spiele kommt, solltet ihr euch bewusst sein, dass folgende Charakteristika für den Spielverlauf prägend sein werden – wenn euch einer oder mehrere dieser Punkte überhaupt nicht in den Kram passen, solltet ihr euch mit uns per Mail an orga@rabensteyn.com in Verbindung setzen, damit wir gemeinsam schauen können, wie wir trotzdem so miteinander spielen können, dass alle ihren Spaß haben!

  1. Player vs. Player

Auf unseren Spielen steht die Konkurrenz der Spieler untereinander im Zentrum des Plots. Wir haben keine NSCs und auch Events setzen wir sehr sparsam ein. Das heißt, dass auch das Konflikt-, Bedrohungs- und Action-Level massgeblich davon abhängt, wieviel Konflikt und Action IHR wollt und ausspielt. Wir liefern Anlässe und Spielumgebungen, die zur Interaktion einladen – aber keine konsumierbare Bespaßung. Mit der konsequenten Ausrichtung an Player vs. Player geht für uns auch die Notwendigkeit der Nutzung klarer Regeln hervor. Wir haben großen Respekt vor allen, die in der Lage sind, in der Konkurrenz zu anderen Spielern in DKWDDK-Systemen auch Niederlagen ehrlich auszuspielen – wir wollen uns aber nicht darauf verlassen, dass das immer gelingt, sondern glauben, dass ein Regelwerk besser geeignet ist, über den Ausgang von Konfliktsituationen, bei denen die Gefühle auch mal hochkochen können, zu entscheiden. Ihr müsst dafür die Regeln nicht auswendig können – zumindest die Kurzfassung solltet ihr aber hinreichend kennen, um auch in hektischen Spielsituationen angemessen reagieren zu können.

2. Dilettantische Ausstattung

Wir sind Dilettanten. Vieles bei uns ist improvisiert und handgemacht. Das hat zum Einen damit zu tun, dass wir ein sehr alter Verein sind, der in einer Zeit gegründet wurde, als es noch keine professionelle LARP-Ausstattung zu kaufen gab. Zum Anderen ist uns wichtig, dass Live-Rollenspiel ein Hobby ist, dass sich jeder leisten können sollte. Wir finden es toll, wenn Menschen sich aufwendige Kostüme selbst schneidern oder perfekte ambientegerechte Zelte aufbauen, die zum Fantasy-Flair mit beitragen. Aber wir nehmen es auch niemandem übel, der Turnschuhe unter der Robe trägt und auch Iglu-Zelte wird man bei uns im Lager sehen. Wir sind überzeugt: die wahre Fantasy-Atmosphäre entsteht im Kopf – und wir versuchen eine Geschichte erlebbar zu machen, die auch funktioniert, wenn die Ausstattung nicht 100%ig perfekt ist.

3. Kein Respekt

Wir haben gehört, dass es Spiele gibt, auf denen vornehme Gewänder und ein Adelstitel automatisch dazu führen, dass andere Charaktere einem Respekt zollen. Rollenspielerisch finden wir das gut – schließlich geht es ja gerade darum etwas zu verkörpern, dass in der IT-Welt wahr ist – unabhängig davon, was man als Spieler OT davon hält. Leider funktioniert das bei uns aber nicht. Wenn ihr auf einem Dilettanten-Spiel jemand sein wollt, müsst ihr euch diesen Respekt erwerben: durch herausragende Leistungen, durch Charme – oder durch das glaubwürdige Verbreiten von Angst und Schrecken. Wir stellen immer wieder fest, dass das ein nicht ganz einfacher Punkt ist. Deshalb bitten wir alle, die den Anspruch haben, hochgestellte Persönlichkeiten zu verkörpern, in jedem Fall darum, mit uns Rücksprache zu halten.

4. Feiern

Dilettanten feiern gerne. Nicht jeden Abend und auch nicht den ganzen Tag. Aber wenn, dann richtig. Und ihr solltet damit rechnen, dass es mindestens einmal pro Spiel am Lagerfeuer wirklich laut werden kann – und dass es dann auch nicht so schnell wieder aufhört.  Wenn ihr selbst eher nicht so feierwütig seid, empfehlen wir euch, beim Zeltaufbau einen ausreichenden Abstand zum Lagerfeuer zu wahren.

Mehr über die Dilettanten erfahrt ihr auf unserer Vereins-Website!